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Spezial:Badtitle/NS100:Direkte Aktion

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Direkte Aktion ist ein Begriff aus der Sozialgeschichte. Merkmal der Direkten Aktion ist, dass keine Macht delegiert, also an Vertreter abgegeben wird. Somit wird der Parlamentarismus und jegliche Stellvertretung verworfen. Die Betroffenen sollen selbst zur Durchsetzung ihrer Interessen aktiv werden. Beispiele für direkte Aktionen sind Selbstorganisation, selbstorganisierte Besetzungen, Boykotts, Streiks, Sabotage.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff wurde erstmals 1920 von William Mellor in seinem Buch Direct Action verwendet. In seiner Definition, die sich auf Arbeitskämpfe bezieht, ist Direkte Aktion die Nutzung einer ökonomischen Macht derjenigen, die diese Macht besitzen (Arbeitgeber wie Arbeitnehmer). Zu den Mitteln zählt er neben Aussperrungen und Kartellen auch Streik und Sabotage.

Direkte Aktion und Anarchismus/Anarchosyndikalismus[Bearbeiten]

Direkte Aktion ist essentiell als Aktionsform von Autonomen und Anarchisten, die dem Prinzip der Herrschaftslosigkeit gerecht werden soll. Sie wird insbesondere von den Autonomen und Anarchosyndikalisten als Kampfform betrachtet. In neuerer Zeit - seit 1968 - werden unter "direkten Aktionen" oftmals alle Aktionen verstanden, die praktisch und "militant" sind, z.B. die Veränderung von Wahlplakaten, das Blockieren von Bahngleisen (etwa bei Castor-Transporten) u.ä. Zu vermuten ist eine Verwechslung von "direkt" im Sinne von Zweck und Mittel mit der zeitlichen Dimension.

Historisch sind mit "Direkten Aktionen" kollektive, ökonomische Aktionen gemeint, die sich - im Gegensatz zu Verhandlungen - direkt auswirken. Daher werden als Mittel der Direkten Aktion oftmals Streik, Boykott und Sabotage genannt. In der anarchosyndikalistischen Theorie ist der Generalstreik die perfekte Direkte Aktion, verbunden mit der Aneignung der Produktionsmittel durch die ArbeiterInnen, stellt sie für die AnarchosyndikalistInnen die Revolution dar.

Im Gegensatz zur Direkten Aktion ist die "Propaganda der Tat" eine individualistische, nicht zwingend ökonomische Aktionsform, die historisch von nicht-syndikalistischen Anarchisten angewandt wurde, aber auch von anderen Strömungen, einschließlich von Nationalisten. Während die "Direkte Aktion" ausschließlich Mittel zum Zweck sein soll, sollte die "Propaganda der Tat" Vorbildcharakter haben. Daher sind nicht nur historische Attentate, sondern auch die Gründung von Kommunen und anderen selbstverwalteten Strukturen durchaus als "Propaganda der Tat" aufzufassen. Insofern der Aufbau alternativer Strukturen auch den Zweck ökonomischer Existenzsicherung erfüllen soll, kann auch dies als "Direkte Aktion" verstanden werden.