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Neuer Anarchismus in den USA: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Texte verbinden die Präsentation einflussreicher AutorInnen (Lorenzo Komboa Ervin, David Graeber, John Zerzan, Starhawk, Ward Churchill), Kollektive (CrimethInc., NEFAC, ALF/ELF) und Konzepte (Black Anarchism, Primitivismus, post-linke Anarchie, Postanarchismus, Freeganism) mit Darstellungen anarchistischer Alltagskultur (Evasion, Sascha Scatters Nachruf auf Brad Will) sowie Diskussionen um die Renaissance des Schwarzen Blocks (ACME-Kollektiv), Machoattitüden innerhalb der anarchistischen Szene (Rock-Bloc-Kollektiv), Segregationsprobleme sozialer Bewegungen (Elizabeth Martinez) und anarchistische Ökonomie (Michael Albert). Ein allgemeiner Einführungstext zur Geschichte des Anarchismus in den USA eröffnet den Band.
 
Die Texte verbinden die Präsentation einflussreicher AutorInnen (Lorenzo Komboa Ervin, David Graeber, John Zerzan, Starhawk, Ward Churchill), Kollektive (CrimethInc., NEFAC, ALF/ELF) und Konzepte (Black Anarchism, Primitivismus, post-linke Anarchie, Postanarchismus, Freeganism) mit Darstellungen anarchistischer Alltagskultur (Evasion, Sascha Scatters Nachruf auf Brad Will) sowie Diskussionen um die Renaissance des Schwarzen Blocks (ACME-Kollektiv), Machoattitüden innerhalb der anarchistischen Szene (Rock-Bloc-Kollektiv), Segregationsprobleme sozialer Bewegungen (Elizabeth Martinez) und anarchistische Ökonomie (Michael Albert). Ein allgemeiner Einführungstext zur Geschichte des Anarchismus in den USA eröffnet den Band.
  
Dass die Anthologie der in dem Buch berücksichtigen AutorInnen, Organisationen und Bewegungen der anarchistischen Szene in den USA das Resultat einer subjektiven Auswahl des Herausgebers sind, verschweigt Gabriel Kuhn nicht. Ob das komplette Ausklammern der  Bewegung der Libertarians, die ja nicht nur aus neo-liberalistischen "Anarchokapitalisten" besteht, dem Verständnis der Eigenheiten der US-amerikanischen Anarchismus dienlich ist, mag in Frage gestellt werden. Zu dominant ist die Präsenz der "Libertarians" in der politischen Landschaft der USA als dass man sie, wie das der Herausgeber macht, vollständig ausblenden könnte, ohne damit zugleich Gefahr zu laufen, ein unnötigerweise verengtes und unvollständiges Bild des neuen Anarchismus in den USA zu zeichnen. Abgesehen von diesem Manko vermittelt das Buch einen lebendigen Eindruck von dem Reichtum und der Vielfalt, aber auch von den Schwächen und Konflikten der zeitgenössischen US-amerikanischen anarchistischen Bewegung. Einmal mehr verdeutlicht auch dieses Buch am Bespiel der USA, dass ungeachtet des internationalistischen Anspruchs des Anarchismus durchaus nationale Eigenheiten in den verschiedenen anarchistischen Bewegungen existieren. Die Textsammlung von Kuhn erleichtert das Kennenlernen und vielleicht auch das Verstehen der US-amerikanischen "Spezialitäten" des neueren Anarchismus.
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Dass die Anthologie der in dem Buch berücksichtigen AutorInnen, Organisationen und Bewegungen der anarchistischen Szene in den USA das Resultat einer subjektiven Auswahl des Herausgebers sind, verschweigt Gabriel Kuhn nicht. Ob das komplette Ausklammern der  Bewegung der Libertarians, die ja nicht nur aus neo-liberalistischen "Anarchokapitalisten" besteht, dem Verständnis der Eigenheiten der US-amerikanischen Anarchismus dienlich ist, mag in Frage gestellt werden. Zu dominant ist die Präsenz der "Libertarians" in der politischen Landschaft der USA als dass man sie, wie das der Herausgeber macht, vollständig ausblenden könnte, ohne damit zugleich Gefahr zu laufen, ein unnötigerweise verengtes und unvollständiges Bild des neuen Anarchismus in den USA zu zeichnen. Abgesehen von diesem Manko vermittelt das Buch einen lebendigen Eindruck von dem Reichtum und der Vielfalt, aber auch von den Schwächen und Konflikten der zeitgenössischen US-amerikanischen anarchistischen Bewegung. Einmal mehr verdeutlicht auch dieses Buch am Bespiel der USA, dass ungeachtet des internationalistischen Anspruchs des Anarchismus durchaus nationale Eigenheiten in den verschiedenen anarchistischen Bewegungen der Welt existieren. Die Textsammlung von Kuhn erleichtert das Kennenlernen und vielleicht auch das Verstehen der US-amerikanischen "Spezialitäten" des neueren Anarchismus.
  
 
''Jochen Schmück''
 
''Jochen Schmück''

Version vom 5. Oktober 2008, 16:03 Uhr

Die DadA-Buchempfehlung

Buchcover: 978-3-89771-474-8.jpg
Autor/en: Gabriel Kuhn (Hrsg.)
Titel: >Neuer Anarchismus< in den USA
Untertitel: Seattle und die Folgen
Verlag: UNRAST-Verlag
Erscheinungsort: Münster
Erscheinungsjahr: 2008
Umfang, Aufmachung: Originalveröffentlichung. Broschur. 304 Seiten.
ISBN: (ISBN-13:) 978-3-89771-474-8
Preis: 16,80 EUR

Beschreibung

Die Proteste gegen das Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle 1999 übten wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung gegenwärtiger US-amerikanischer Widerstandskultur aus. Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Entwicklung ist das Wiedererstarken einer anarchistischen Bewegung, die heute in einem nicht unerheblichen Ausmaß die politische Dissidenz des Landes definiert. Der vorliegende Band präsentiert diese Bewegung anhand neunzehn individuell eingeleiteter und kommentierter Texte.

Die Texte verbinden die Präsentation einflussreicher AutorInnen (Lorenzo Komboa Ervin, David Graeber, John Zerzan, Starhawk, Ward Churchill), Kollektive (CrimethInc., NEFAC, ALF/ELF) und Konzepte (Black Anarchism, Primitivismus, post-linke Anarchie, Postanarchismus, Freeganism) mit Darstellungen anarchistischer Alltagskultur (Evasion, Sascha Scatters Nachruf auf Brad Will) sowie Diskussionen um die Renaissance des Schwarzen Blocks (ACME-Kollektiv), Machoattitüden innerhalb der anarchistischen Szene (Rock-Bloc-Kollektiv), Segregationsprobleme sozialer Bewegungen (Elizabeth Martinez) und anarchistische Ökonomie (Michael Albert). Ein allgemeiner Einführungstext zur Geschichte des Anarchismus in den USA eröffnet den Band.

Dass die Anthologie der in dem Buch berücksichtigen AutorInnen, Organisationen und Bewegungen der anarchistischen Szene in den USA das Resultat einer subjektiven Auswahl des Herausgebers sind, verschweigt Gabriel Kuhn nicht. Ob das komplette Ausklammern der Bewegung der Libertarians, die ja nicht nur aus neo-liberalistischen "Anarchokapitalisten" besteht, dem Verständnis der Eigenheiten der US-amerikanischen Anarchismus dienlich ist, mag in Frage gestellt werden. Zu dominant ist die Präsenz der "Libertarians" in der politischen Landschaft der USA als dass man sie, wie das der Herausgeber macht, vollständig ausblenden könnte, ohne damit zugleich Gefahr zu laufen, ein unnötigerweise verengtes und unvollständiges Bild des neuen Anarchismus in den USA zu zeichnen. Abgesehen von diesem Manko vermittelt das Buch einen lebendigen Eindruck von dem Reichtum und der Vielfalt, aber auch von den Schwächen und Konflikten der zeitgenössischen US-amerikanischen anarchistischen Bewegung. Einmal mehr verdeutlicht auch dieses Buch am Bespiel der USA, dass ungeachtet des internationalistischen Anspruchs des Anarchismus durchaus nationale Eigenheiten in den verschiedenen anarchistischen Bewegungen der Welt existieren. Die Textsammlung von Kuhn erleichtert das Kennenlernen und vielleicht auch das Verstehen der US-amerikanischen "Spezialitäten" des neueren Anarchismus.

Jochen Schmück

Inhalt

  • Einleitung
  • Anarchismus in den USA
  • Seattle
  • Zum Buch


1. Der ›Neue Anarchismus‹

  • David Graeber: »Die neuen AnarchistInnen«
  • CrimethInc.: »Für unser Leben kämpfen:
  • Eine Einführung in den Anarchismus«


2. Der Schwarze Block

  • ACME-Kollektiv: »N30 Kommuniqué aus dem Schwarzen Block«


3. Anarchismus und People of Color

  • Elizabeth (Betita) Martinez: »Wo war die Farbe in Seattle? Auf der Suche nach Gründen, warum die ›große Schlacht‹ so weiß war«
  • Lorenzo Komboa Ervin: »Warum ich Anarchist bin / Woran ich glaube«


4. ›Pagan Anarchism‹

  • Starhawk: »Hin zu einer aktivistischen Spiritualität«


5. Anarchismus und Gender Politics

  • Rock-Bloc-Kollektiv: »Gib es der Mannarchie!«


6. ›Lifestyle Anarchism‹

  • Mack Evasion: »Wo sind die Güterzüge?«
  • Wetlands-Activism-Kollektiv: »Was sind Freegans?«


7. Primitivismus

  • John Zerzan: »Warum Primitivismus?«
  • Green-Anarchy-Kollektiv: »Was ist Grüne Anarchie? Eine Einführung in anti-zivilisatorische Theorie und Praxis«


8. Post-Linke Anarchie

  • Jason McQuinn: »Post-linke Anarchie: Lassen wir die Linke hinter uns«


9. Die Antwort linker AnarchistInnen

  • Peter Staudenmaier: »AnarchistInnen im Wunderland: Die verkehrte Welt post-linker Anarchie«


10. Anarchismus und Ökonomie

  • Michael Albert: »Partizipatorische Ökonomie«


11. Postanarchismus

  • Saul Newman: »Die Politik des Postanarchismus«


12. Anarchismus und Organisation

  • NEFAC: »Die Frage revolutionärer anarchistischer Organisation: Ein NEFAC-Positionspapier«


13. Anarchismus, Tierschutz, Naturschutz und Terrorismusanklagen

  • Randall Amster: »Perspektiven auf den Ökoterrorismus: Diskurse, Verwirrungen und Opfer«


14. Gegen das Imperium

  • Ward Churchill: »Manche stoßen zurück«


15. Medienaktivismus

  • Sascha Scatter: »Im Andenken an Brad Will: Der alte Freund und verrückte Revolutionär, der dem Tode trotzte«


Über den Autor und Herausgeber

Kuhn, Gabriel, geb. 1972 in Innsbruck, aktiv in antifaschistischer Politik seit 1988. Weitere Veröffentlichungen u.a.:

  • Leben unter dem Totenkopf. Anarchismus und Piraterie, Essay, 1994;
  • Gustav Landauer: Anarchism in Germany and other essays, Übersetzung, 2004.

Die DadA-Buchempfehlung