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Heiner Michael Becker - Gedenkseite

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Der Historiker und Anarchismusforscher Heiner M. Becker (1951-2017)

Heiner Michael Becker ist tot

Am 4. April 2017 ist unser Freund und Weggefährte Heiner Michael Becker, geb. am 15. Juli 1951, im Alter von 65 Jahren unerwartet an den Folgen einer Hirnblutung gestorben.

Heiner Michael Becker hat seit Ende der 1970er Jahre als Historiker, Sammler und Archivar sowie als Mitarbeiter des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte (IISG) in Amsterdam sich intensiv mit der Geschichte des internationalen Anarchismus und verwandter libertärer Bewegungen beschäftigt. Später hat er auch als Publizist und als Verleger des von ihm gegründeten und betriebenen Verlages "Bibliothek Thélème" zahlreiche Forschungs- und Publikationsvorhaben zur Historiographie des internationalen Anarchismus initiiert und unterstützt.

Sein Tod ist ein großer Verlust für die internationale Anarchismusforschung.

Wer seine Erinnerungen an Heiner M. Becker mit uns teilen möchte, kann sie auf der Diskussions-Seite veröffentlichen. Wir übernehmen dann die Texte hier auf die Heiner Michael Becker - Gedenkseite.

Falls jemand Probleme mit dem Schreiben auf der Diskussions-Seite haben sollte, der kann uns seinen Text und gerne auch Fotos zur Veröffentlichung auf der Gedenkseite per E-Mail schicken an: redaktion@dadaweb.de.

Jochen Schmück
Redaktion DadAWeb.de


Reaktionen, Nachrufe und Erinnerungen

Heiner Becker (15.7.1951 – 4.4.2017). Von Jochen Knoblauch

Die Nachricht vom Tod Heiner Beckers kam überraschend, so, wie letzter Zeit sich solche Meldungen häufen. Die Reihen der Nachkriegskinder lichten sich.

Wenn in der libertären Szene die Rede auf Heiner Becker kommt, dann kommen ziemlich unterschiedliche Meinungen zu Tage. Die „Szene“, wer oder was immer das sein mag, spielt hier aus meiner subjektiven Sicht heraus, keine rühmliche Rolle. Schon aus dem Grund, weil Heiner der Szene nicht angehörte, er war Historiker, der sich mit Anarchismus und einigen seiner Protagonisten beschäftigte, aber in wie weit er sich selbst etwa als Anarchist bezeichnen würde, kann ich nicht sagen. Die Szene selbst hat sich dahingehend unrühmlich verhalten, dass sie den geringsten Nenner des Anarchismus – Respekt und einen menschlichen Umgang miteinander – nicht einzuhalten vermochte.

Ich selbst habe Heiner nicht gut gekannt. Wir haben uns zwei, drei Mal getroffen, ein paar Mal korrespondiert. Sein Ruf, ein enormes Wissen zu haben ging ihm Voraus. Seine Projekte waren vielfältig und meist recht umfangreich. Wie Akademiker eben manchmal so sind: mit einem hohen Anspruch an die Genauigkeit von Fakten und der Unbehagtheit bei Fällen wider der eigenen Erkenntnis. So hat Heiner das eine oder andere Projekt zum Erliegen gebracht, weil nach seiner Meinung etwa in einem Buch falsche Fakten genannt wurden. Auf der anderen Seite war es ihm aber auch nicht immer möglich, diese eben mal so zu belegen. Es war nicht immer so, dass Heiner mit Informationen hinter dem Berg hielt, vielmehr sah er seine Erkenntnisse nicht immer zur Genüge belegt und/oder abgesichert. Es war ihm zuwider Halbwahrheiten zu publizieren.

Die 1993 von Heiner Becker herausgegebenen Erinnerungen von Fermin Rocker, dem Sohn Rudolf Rockers.

Während so einige GenossInnen ihn verfluchten, kann ich eigentlich nur Positives über ihn berichten. Er schenkte mir einiges an Material, wie etwa Originale von individual-anarchistischen Zeitschriften aus Frankreich aus dem 19. Jahrhundert, oder ein Plakat, oder eine Original-Graphik von Fermin Rocker, die seinen Vater Rudolf Rocker darstellte und als Beigabe der Vorzugsausgabe zu dessen Buch „East End: Eine Kindheit in London“ war, dass er 1993 in seinem eigenen Verlag Bibliothek Thélème herausbrachte und übersetzt hat. Und auch im „großen Streit“ um die Publikationsrechte etwa an den Schriften von Max Nettlau und Rudolf Rocker ging es Heiner weniger darum die absolute Kontrolle zu haben, als vielmehr – ganz einfach – gefragt zu werden. Ich hatte ihn gefragt, die Rocker-Broschüre über Heinrich Heine nachdrucken zu dürfen und es war absolut kein Problem für ihn (die erschien dann bei der edition anares in der Schweiz). Wenn andere hier Probleme hatten, dann wohl eher auf der Basis der Nichtkommunikation. Der Umgang war, für mich als Anarchisten, mitunter beschämend.

Heiner war ein Vermittler zwischen den großen europäischen Ländern England, Frankreich und Deutschland und dessen Erbe der anarchistischen Traditionen. Er selbst publizierte in drei Sprachen und hat sicherlich viel dazu beigetragen das Wissen zu vermehren. „Geld gemacht“ hat er damit sicherlich nicht. Und das betrifft sowohl seinen eigenen Verlag, der wohl eher ein Zuschussgeschäft war, als auch die die Verlage, in denen er publizierte, die selten Honorare zahlten. Heiner war niemand der sich bereichert hat, und schon gar nicht am anarchistischen Erbe (dies zeigt auch ein Blick auf seine Publikationsliste).

Ich jedenfalls werde Heiner Becker in guter Erinnerung behalten, und finde es schade, dass unser Austausch letztlich doch so beschränkt war. Uns nützen wenig die ganzen Online-Archive etc. wenn es keine Menschen mehr gibt, die auch darüber zu berichten wissen, die dies mit Enthusiasmus und Liebe erarbeitet haben. Danke Heiner.

Jochen Knoblauch,
Berlin, den 11.4.2017


Salut libertaire. De Jean-Jacques Gandini

Chers compagnes et compagnons, cher-e-s ami-e-s

J'apprends par Marianne Enckell, membre comme moi entre autres du collectif de la revue REFRACTIONS, le décès soudain d'Heiner que j'ai eu le plaisir de rencontrer il y a bien longtemps déjà de cela. C'est effectivement une perte pour le mouvement anarchiste international et je m'associe à la peine de ses proches.

Salut libertaire
Jean-Jacques Gandini, 12.04.2017


In Memoriam Heiner Becker. Von Jochen Schmück

Die erste Ausgabe der als "Internationale Anarchistische Vierteljahresschrift" 1980 erschienenen anarchistischen Zeitschrift "Galgenvogel", an deren Erscheinen Heiner Becker einen maßgeblichen Anteil gehabt hat.

Ich habe Heiner Becker Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre kennengelernt. Meiner Erinnerung nach traf ich ihn das erste Mal auf einer der damaligen Gegenbuchmessen, die von der Arbeitsgemeinschaft alternativer Verlage und Autoren (AGAV) als eine Gegenveranstaltung zur kommerziellen Frankfurter Buchmesse seit 1978 einige Male in der Messestadt abgehalten wurde. Heiner unterstützte damals den Frankfurter Verlag „Die Freie Gesellschaft“ bei der Herausgabe der im Untertitel als „Internationale Anarchistische Vierteljahresschrift“ firmierenden Zeitschrift „Galgenvogel“. Ich erlebte Heiner damals als einen eher stillen, unaufdringlichen Menschen, der mich mit seinen fundierten Kenntnissen der Geschichte des internationalen Anarchismus stark beeindruckte.

Heiner hatte ebenso wie ich in den 1970er Jahren enge Kontakte zur anarchistischen Bewegung in England, speziell in London, unterhalten. Die war – wie das für die anarchistische Bewegung nicht nur in England typisch war und ist – gespalten. In London teilte sich die anarchistische Szene in die Anhänger der Zeitschrift „Freedom“ und in die Anhänger der Zeitschrift „Black Flag“. Während „Freedom“ einen eher pazifistisch-pragmatischen Anarchismus propagierte, vertrat „Black Flag“ einen revolutionären klassenkämpferischen Anarchismus. Heiner unterhielt eher engere Kontakte zur Freedom-Gruppe, während ich mich in der „Black Flag“-Gruppe (um Albert Meltzer, Stuart Christie und Miguel Garcia) engagierte, die über das von ihr gegründete Black Cross, einer internationalen anarchistischen Hilfsorganisation, anarchistische Gefangene auf der ganzen Welt unterstützte. Heiner und ich sind uns zu unserer Londoner Zeit nie über den Weg gelaufen, aber wir haben uns später immer wieder über unsere Zeit in London und unsere Kontakte zu den dortigen Repräsentanten und Aktivisten der anarchistischen Bewegung ausgetauscht.

Intensiver habe ich Heiner Becker erst bei der Arbeit an meiner 1986 abgeschlossenen Magisterarbeit über den deutschsprachigen Anarchismus und seine Presse kennengelernt. Heiner Becker hatte sich zu dieser Zeit bereits einen Namen als einer der besten Kenner der für die Historiographie des Anarchismus wichtigen Archive und Bibliotheken gemacht, und ich habe von seinen Tipps und Empfehlungen bei meinen Recherchen zum Thema meiner Magisterarbeit außerordentlich profitiert. Wer Heiner von der Ernsthaftigkeit seines Forschungsprojektes überzeugen konnte, der fand in ihm einen stets hilfsbereiten Unterstützer. Und so finden sich in den seriösen Werken der neueren Anarchismusforschung immer wieder Danksagungen an Heiner Becker, so wie etwa die von Dittmar Dahlmann, der im Vorwort zu seinem 1986 erschienen Werk „Land und Freiheit. Machnovščina und Zapatismo als Beispiele agrarrevolutionärer Bewegungen“ schreibt: „Heiner M. Becker war eine nie versiegende Quelle für die Geschichte des Anarchismus und schwer zugängliches Material.“

Der 3. Band der von Heiner Becker herausgegebenen und mit Einleitungen, Errata und Registern versehenen Neuausgabe der "Geschichte der Anarchie" von Max Nettlau.

Wenn man es jemanden zugetraut hätte, das Erbe von Max Nettlau als das eines „Herodots“ des internationalen Anarchismus anzutreten, dann wäre es sicherlich Heiner Becker gewesen. Und in der Tat hat Heiner Becker vorgehabt, Nettlaus durch den II. Weltkrieg und sein Exil unterbrochene und nicht vollendete Forschungsarbeit durch Herausgabe der bislang unveröffentlicht gebliebenen Bände von Nettlaus „Geschichte der Anarchie“ fortzusetzen, die von dem Autor insgesamt auf neun Bände angelegt gewesen ist, von denen zu seinen Lebzeiten erst drei Bände erschienen sind. Doch Heiners Tod hat dieses für die Historiographie des internationalen Anarchismus so wichtige Projekt nun vorerst und erneut scheitern lassen, und es ist zur Zeit auch niemand erkennbar, der über ein vergleichbar fundiertes Expertenwissen wie Heiner Becker verfügt, um die Herausgabe der Gesamtausgabe von Nettlaus „Geschichte der Anarchie“ neu aufzugreifen und zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

Von 1987 bis 2012 hat Heiner Becker als Mitarbeiter das für die Historiographie des Anarchismus wichtige Internationale Institut für Sozialgeschichte (IISG) in Amsterdam unterstützt. So war er für einige Zeit Mitglied im Projektteam des Bakunin-Archivs und er katalogisierte mehrere Archivsammlungen. Gleichzeitig war er als Repräsentant des IISG in ganz Europa aktiv und half dem Institut bei der Erweiterung seiner Bestände, angefangen von den Aufzeichnungen der von Pjotr Kropotkin 1886 gegründeten Zeitschrift „Freedom“, über den Nachlass von Dora Russel bis hin zu dem Nachlass des 2013 gestorbenen ostdeutschen Historikers Andreas Graf, mit dem er bis zu dessen Tode befreundet gewesen ist und mit ihm zahlreiche Projekte – wie etwa die Fortsetzung der Herausgabe der renommierten historischen Fachzeitschrift „Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK)“ - in Angriff genommen hat.

Die von Heiner Becker 1999 herausgegebene Ausgabe von Rudolf Rockers "Nationalismus und Kultur".

Ich habe in den letzten zehn Jahren wieder einen intensiveren Kontakt zu Heiner Becker bekommen, nicht zuletzt auch, weil Heiner mit seinem Verlag „Bibliothek Thélème“ ebenso wie ich mit meinem Libertad Verlag ähnliche Konflikte mit unsolidarischen Genossen erleben musste, die von unseren Buchtiteln Raubveröffentlichungen angefertigt und vertrieben haben. Solche unsolidarischen Aktionen gegenüber den der libertären Bewegung nahestehenden Verlagen haben sicher mit dazu beigetragen, dass Heiner Becker zum Ende seines Lebens nicht wenig Verbitterung gegenüber Teilen der anarchistischen Szene empfunden hat. Dass Heiner Becker Zeit seines Lebens zur Kooperation mit den libertären Verlagen bereit gewesen ist, das zeigen die zahlreichen Veröffentlichungen, die unter seiner Herausgeberschaft und mit seiner Unterstützung in den unterschiedlichsten Verlagen in Deutschland, England und Frankreich erschienen sind.

Heiner Becker und ich gehören derselben Generation an, also der unmittelbaren Nachkriegsgeneration, aus deren Kreisen uns in den letzten Jahren bereits zahlreiche Freunde verlassen haben. Heiner hat nicht mit seinem baldigen Tod gerechnet, und auch von Ruhestand konnte bei ihm nicht die Rede sein. Bis zu seinem plötzlichen Tod am 4. April 2017 war er noch voller Zukunftspläne gewesen und hatte zahlreiche – ich denke: zu viele - Projekte parallel zu laufen gehabt. Heiner hätte 150 Jahre alt werden können, und es wären sicher nicht weniger Projekte geworden, die durch seinen Tod keinen Abschluss gefunden hätten.

In unserem letzten Telefonat vor ein paar Monaten haben wir uns über unser gemeinsames Projekt der Neuausgabe von „About Anarchism“ (deutsch: „Betrifft Anarchismus“) von Nicolas Walter ausgetauscht und vereinbart, das Buch im Herbst dieses Jahres zu veröffentlichen. Heiner war ein enger Freund von Nicolas Walter gewesen, und deshalb war ich froh über seine Unterstützung des Projektes. Ich werde nun dieses Buchprojekt ohne Heiner realisieren müssen, aber ich widme ihm das Buch und dem Andenken an einen der exponiertesten Historiker des internationalen Anarchismus, den die Nachkriegszeit in Europa hervorgebracht hat.

Heiner, Du wirst mir fehlen – als Ratgeber, Gesprächspartner und Freund!

Jochen Schmück,
Potsdam, den 14. April 2017


Que la terre lui soit légère! Des Anciens d'Itinéraire

Nous avons appris la mort de Heiner et nous nous souvenons de celui avec qui nous avons partagé le pain et le vin lors des réunions d’élaboration de la revue biographique Itinéraire (1987-1998). Il lui a apporté sa grande connaissance du mouvement anarchiste international, ses contacts et sa prodigieuse documentation. C’était un compagnon agréable, à la conversation enrichissante. Nous nous associons à la peine de ses proches, que la terre lui soit légère.

Pascal Bedos,
Neuilly-sur-Marne, 18.04.2017


Tu me manques déjà beaucoup. De Rolf Dupuy

C’est avec une immense tristesse que j’ai appris la brusque disparition d’Heiner Becker. Il était non seulement un compagnon d’une culture encyclopédique sur l’histoire du mouvement anarchiste, mais aussi un ami très cher.

Une amitié commencée dans les années 1980 à Marseille chez René et Lyly Bianco lors de la finalisation du doctorat de René que la presse anarchiste de langue française et poursuivie, au cours de toutes les années qui suivirent et peuplées maintenant de fantômes de compagnon disparus. Je pense à toutes ces soirées partagées chez le compagnon grec Péricles, au restaurant de l’Atlantide de la rue du Pot de Fer, sur les lieux mêmes où Georges Orwell avait été dans la dèche à Paris et où on était toujours certain de croiser quelques camarades de passage : Diego Camacho qui y avait table ouverte, Etienne Roda Gill qui y passait parfois, Didier et d’autres de la revue Itinéraire et tant d’autres. Je pense à Nicolas Walter, vieux complice de Heiner à la rédaction de Freedom à Londres, auquel, lors de son dernier voyage à Paris, nous avions avec Heiner fait la surprise de l’amener jusqu’au 140 rue Mouffetard l’ancien siège des Temps Nouveaux de Grave et dont l’aspect n’avait guère changé depuis plus d’un siècle. Je pense à ce voyage à Perpignan pour assurer l’inventaire des archives d’Antonio Tellez et leur transfert à l’Institut d’histoire sociale d’Amsterdam. Et aussi ce petit restaurant chinois, à quelques pas de la rue Blainville où Ba Jin avait vécu et milité à la fin des années 1920, et où, autour de la dégustation de crevettes dont il était friand, nous refaisions le monde et échangions nos informations sur le mouvement libertaire. Et tant d’autres souvenirs.

Heiner était un être rare et précieux, d’une extrême sensibilité, que la disparition d’autres compagnons rendait littéralement malade, d’une grande générosité, toujours prêt à partager tant ses immenses connaissances historiques que sa gourmandise pout le chocolat et les glaces. En dehors de ses passages à Paris, nous nous téléphonions régulièrement. Il m’appelait « Mon vieux », je l’appelais « Mon petit jeune ». Tu me manques déjà beaucoup.

Rolf Dupuy, 20.04.2017


Marianne Enckell im Gespräch mit Heiner Becker am 9. Mai 2010 im Pariser "Salon du livre Libertaire".

"We sat on a beach ...". By Marianne Enckell

Liebe Genossen, dear friends

Heiner died much too soon ; we share the sorrow of his relatives and friends.

I met him in the early 80's in Montpellier together with Ronald Creagh and René Bianco, we sat on a beach but they much preferred to talk about a possible international journal on the history of anarchism than to swim in the sea... Later we met in Paris, in Amsterdam of course, possibly elsewhere.

Especially in the last years Heiner was very willing to cooperate, to send informations to young researchers, to share his resources and findings ; we are grateful for this generosity.

His collections are for sure impressive, and our hope is that they will be duly preserved, catalogued and made available for academic and non-academic scholars. Most of this materials have been kept with love and care by simple militants, they are part and parcel of the movement.

Marianne Enckell, 26.04.2017
Centre International de Recherches sur l'Anarchisme (CIRA)
Beaumont 24, CH-1012 Lausanne | Web: www.cira.ch


Salut et fraternité, Heiner. De Marc, Mohamed, Oscar et Thierry

Heiner a été un ami cher. Tard connu, trop tôt disparu. Il apparut un jour au restaurant parisien le Zagros à l'heure du déjeuner ouvert presque traditionnel qui nous réunissait tous les mercredis, quatre complices ayant en commun le goût de la liberté et de la lutte pour en disposer autant qu'il est possible. Marc fut, comme souvent, le " passeur ". Nous étions en 2010. Heiner devint immédiatement et naturellement un des nôtres, par la proximité des personnalités et par son engagement en résistance " anarchiste ".

A partir de là, lors de ses séjours parisiens où l'amenait d'abord l'amour, il devint un autre convive de ce festin amical. Ainsi s'ouvrait la porte à une rencontre passionnante. Il avait le goût du bien manger et du bien boire. Il était attentif et véhément lorsqu'il convenait, lorsque s'affrontaient les analyses et les interprétations de l'action des forces libertaires multiformes qui agissent dans le temps présent ou qui ont tenté dans le passé de construire une histoire conforme à leur projet. Il y avait beaucoup de malice dans ses yeux mais aussi, sur son visage, le reflet d'une extrême sensibilité, peut-être même d'une fragilité. Le goût de la " palabre " et du bon vin pouvait nous mener loin dans l'après-midi, de bar en bar, avec un plaisir à l'évidence partagé. Sans réserve. Mais n'est-ce pas aussi une façon de cultiver sans réserve les affinités ?

C'est ainsi que peu à peu nous apprîmes à nous connaître et à consolider une confiance sans laquelle il ne peut y avoir de connivence amicale. Au cours de nos plaisantes divagations, il était parfois question de ses passages dans l'activité militante et en particulier de sa collaboration, à Londres, à Freedom, revue créée par Kropotkine et relancée par Vernon Richards dans l'après-guerre et dont il était devenu un des piliers jusqu'à la disparition de celle-ci. Souvenirs où se mêlaient satisfaction et amertume. Pas de rancœur, à quoi bon.

Mais peut-être plus que tout, Heiner apparaissait dans le fil de nos discussions comme l'héritier de la tradition de savoir critique portée par de nombreux intellectuels qui ont jalonné l'histoire de l'anarchie. Il n'a pas donné d'œuvre théorique, mais en entreprenant l'édition commentée des œuvres complètes de Rudolf Rocker, dont il était devenu dépositaire des droits et dont il nous tenait au courant de l'avancement, il ne cessait de faire la démonstration de sa rigueur intellectuelle et de ses exigences de fidélité à l'œuvre du penseur allemand. Hélas, c'est dans le cadre de cette tâche que les pires déconvenues l'attendaient. Il fut accusé salement de vouloir s'approprier l'œuvre de Rocker. Nous fûmes témoin de son indignation mais aussi de sa blessure profonde.

Il y eut aussi sa collaboration étroite avec l'Institut international d'histoire sociale d'Amsterdam et en particulier avec Rudolf de Jong, directeur de la section anarchiste. Là encore, Heiner ne donnait des précisions sur cette expérience que porté par le fil de la discussion. La discrétion érigée en règle de vie. Mais prêt à apporter son aide aussi. C'est ainsi qu'à la demande de Thierry il aida pratiquement, à partir de ses contacts, à l'acheminement des archives du Syndicat des correcteurs CGT (fondé en 1881) vers l'IIHS. " Qu'il en soit ici remercié ! " (Thierry).

Puis vint l'arrêt de ses séjours parisiens. Il fut très profondément affecté par la perte successive de sa mère et de proches amis. Il ne nous expliqua pas ou peu mais il ne revint pas et nous ne le revîmes plus.

Et maintenant sa disparition est définitive. Nous avons voulu le retrouver. Et laisser un signe de cette amitié. Salut et fraternité, Heiner.

Marc, Mohamed, Oscar, Thierry, Paris, 7.05.2017
LA VOIE DU JAGUAR. informations et correspondance pour l'autonomie individuelle et collective



Veröffentlichungen


Monographien

  • Kropotkin, Peter / Kropotkin, Pëtr Alekseevič: Act for Yourselves. Articles from Freedom 1886-1907. Editied by Nicolas Walter and Heiner Becker. London: Freedom Press, 1998, 131 pages.
  • Kropotkin, Peter A. / Kropotkin, Pëtr Alekseevič: Memoiren eines Revolutionärs. Neue Übersetzung aus dem Englischen, herausgegeben von Heiner Becker und Nicolas Walter, mit Einleitung, Anmerkungen und ausgewähltem Personenregister versehen. Münster: UNRAST-Verlag, 2001 (= Klassiker der Sozialrevolte; 4-5), 2 Bände, Bd. 1: 248 Seiten, Bd. 2: 304 Seiten.
  • Kropotkine, Pierre / Kropotkin, Pëtr Alekseevič: La grande révolution 1789-1793. Suivi de Lettres de Pierre Kropotkine à James Guillaume sur les terres communales (juin-juillet 1911). Introduction de Heiner Becker. Paris: Editions du Monde Libertaire, 1989. 471 pages.
  • [Most, Johann] Johann Most - ein unterschätzter Sozialdemokrat? Herausgegeben von Heiner M. Becker und Andreas G. Graf. Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK), Heft 1-2/2005. Münster: Bibliothek Thélème, 2005.
  • Most, John [Johann]: Marxereien, Eseleien und der sanfte Heinrich. Artikel aus der "Freiheit". Herausgegeben und mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen von Heiner M. Becker. Wetzlar: Büchse der Pandora, 1985. 196 Seiten.
  • Most, Johann: Die freie Gesellschaft. Die Internationale Bibliothek und Texte aus der Freiheit zum Kommunistischen Anarchismus. Herausgegeben von Heiner M. Becker. Mit Einleitung, Anmerkungen und ausgewähltem Personenregister versehen. Münster: UNRAST-Verlag, 2006 (= Klassiker der Sozialrevolte; 13). 264 Seiten.
  • Most, Johann: Anarchismus in einer Nussschale. Herausgegeben von Heiner Becker. Unrast Verlag Münster 2006, (= Klassiker der Sozialrevolte; 14) 263 Seiten.
  • Nettlau, Max: Geschichte der Anarchie. Von Max Nettlau. Herausgegeben, mit Einleitungen, Errata und Registern versehen von Heiner M. Becker
    • Band I - Der Vorfrühling der Anarchie. Ihre historische Entwicklung von den Anfängen bis 1864. Von Max Nettlau. Herausgegeben und mit Einleitung, Errata und Index versehen von Heiner M. Becker. Münster: Bibliothek Thélème, 1993 (erw. Reprint der Ausgabe Berlin 1925). XXXII, 284 Seiten, 10 Illustrationen.
    • Band II - Der Anarchismus von Proudhon zu Kropotkin. Seine historische Entwicklung in den Jahren 1859-1880. Von Max Nettlau. Herausgegeben und mit Einleitung, Errata und Index versehen von Heiner M. Becker. Münster: Bibliothek Thélème, 1993 (erw. Reprint der Ausgabe Berlin 1927). XXIV, 328 Seiten, 10 Illustrationen.
    • Band III - Anarchisten und Sozialrevolutionäre. Die historische Entwicklung des Anarchismus in den Jahren 1880-1886. Von Max Nettlau. Herausgegeben und mit Einleitung, Errata und Index versehen von Heiner M. Becker. Münster: Bibliothek Thélème, 1993 (erw. Reprint der Ausgabe Berlin 1931). XXXVI, 431 Seiten, 12 Illustrationen.
  • Nettlau, Max: A Short History of Anarchism. Edited by Heiner Becker. London: Freedom Press, 1996.
  • Nettlau, Max: Eugenik der Anarchie. Herausgegeben von Heiner Becker, Einleitung von Rudolf de Jong. Wetzlar: Verlag Büchse der Pandora, 1985 (= Texte zu Geschichte und Theorie des Anarchismus). 208 Seiten.
  • Rocker, Fermin: East End: Eine Kindheit in London. – Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Heiner Becker. - Münster; Wetzlar: Bibliothek Thélème, 1993. - 192 Seiten u. Illustrationen.
  • Rocker, Rudolf: Nationalismus und Kultur (Korrigierte und ergänzte Neuausgabe des zuerst 1949 unter dem Titel „Die Entscheidung des Abendlandes“ erschienenen Werkes). Herausgegeben und mit einem Nachwort und einer Bibliographie von Heiner M. Becker. Münster: Bibliothek Thélème, 1999, 672 Seiten u. Illustrationen.


Einzelbeiträge / Aufsätze

(Chronologische Sortierung)

  • Heiner M. Becker: Erich Mühsam (1878-1934), in: Deutsche Schriftsteller im Porträt, Band 5: Jahrhundertwende, herausgegeben von Hans-Otto Hügel, München: C.H.Beck, 1983 (Beck'sche Schwarze Reihe, Bd. 265), S. 160-161.
  • Heiner Becker: Max Nettlau 1865-1944, in: Freedom (London), 47 (1986), no. 9 (centenary edition), p. 16-17.
  • Piet Wielsma, Heiner Becker: HOUT, Isaac Salomon van der, in: Biografisch woordenboek van het socialisme en de arbeidersbeweging in Nederland, II, Amsterdam: IISG, 1987, S. 68-70.
  • Heiner Becker: Notes on "Freedom" and the Freedom Press, in: The Raven. Anarchist Quarterly, London (Freedom Press), Vol. I, No. 1 (1987), p. 4-24.
  • Heiner M. Becker: Johann Neve (1844-1896). - In: The Raven. Anarchist Quarterly, London (Freedom Press), Vol. I, No. 2, August 1987, p. 99-114 (div. Abb.).
  • Heiner Becker: Johann Most in Europe, in: The Raven. Anarchist Quarterly, London (Freedom Press), Vol. I, no. 4 (1988), p. 291-321.
  • Heiner M. Becker: The Mystery of Dr. Nathan-Ganz. - In: The Raven. Anarchist Quarterly, London (Freedom Press), Vol. II, No. 2, Okt. 1988, p. 118-145 (div. Abb.).
  • Heiner Becker: Kropotkin as Historian of the French Revolution, in: The Raven. Anarchist Quarterly, London (Freedom Press), Vol. II, No. 3 (1989), p. 225-231.
  • Heiner M. Becker: Boycott, Sabotage, Ca'canny, in: Arbeit und Müßiggang 1789 bis 1914. Dokumente und Analysen. Herausgegeben von Wolfgang Asholt und Walter Fähnders, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1991, S. 219-234.
  • Heiner M. Becker: Johann Most - Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur. Eine Auswahl. Zusammengestellt und bearb. von Heiner Becker und Jochen Schmück. In: Rudolf Rocker: Johann Most. Das Leben eines Rebellen. Berlin: Libertad 1994 (= Archiv für Sozial- und Kulturgeschichte; 6). - S. 483-492.
  • Heiner M. Becker: Gustav Landauer und die internationale anarchistische Bewegung. In: "... die beste Sensation ist das Ewige ..." / Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dumont-Lindemann-Archiv. Herausgegeben von Michael Matzigkeit. - Düsseldorf, 1995. - (Dokumente zur Theatergeschichte; 9). - S. 107-112.
  • Heiner M. Becker: Rudolf Rocker im Exil. In: Anarchismus im Umkreis Erich Mühsams / [Red.: Jürgen-Wolfgang Goette ...]. - Lübeck, 1995. - (= Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft; 7). - S. 43-62.
  • Heiner M. Becker: "Die Deutschen, die können doch nur lamentieren ..."  ; Anmerkungen zu ein paar undeutschen Taten und deutschen Handelnden, In: Kein Nachruf! Beiträge über und für Götz Langkau, Ursula Balzer (Red.), Amsterdam: IISG, 2003, S. 89-97.
  • Heiner M. Becker: Johann Most. In: Johann Most - ein unterschätzter Sozialdemokrat? Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK), Heft 1-2/2005. Münster: Bibliothek Thélème, S. 5-66.
  • Heiner M. Becker: Johann Most. Eine kleine Bibliographie. In: Johann Most - ein unterschätzter Sozialdemokrat? Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK), Heft 1-2/2005. Münster: Bibliothek Thélème, S. 255-308.
  • Heiner M. Becker: Bakunin und die Brüder Reclus. In: Bakunin Almanach, Band 1. Herausgegeben von Bernd Kramer und Wolfgang Eckhardt. Berlin: Karin Kramer Verlag, 2007, S. 128-139.
  • Heiner M. Becker: Peter Andreevitsch Arschinoff (1887-1937) u. Auswahlbibliographie (Bio-bibliographischen Beitrag). In: Arschinoff, Peter A: Die Geschichte der Machno-Bewegung. Münster: Unrast; 2009 (= Klassiker der Sozialrevolte; Bd. 1), S. 265ff.


Weblinks


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